Wie Andrea Bethges DVD meine Perspektive im Training verändert hat

Stell Dir vor du schaust ein wunderschönes Haus an.

 

Du sprichst mit einer Freundin und erzählst ihr von dem wunderschönen Haus.

 

Du beschreibst die Farbe, die Blumen und die Eingangstüre. Deine Freundin fragt dich wo das Haus steht. Du nennst ihr die Straße und Nummer des Hauses.

 

Da sagt deine Freundin: „Komisch. Das Haus kenne ich, aber ich habe es ganz anders in Erinnerung.“

 

Sie erzählt von dem wunderschönen Garten, der Terrasse und der Dekoration.

 

Wer von beiden hat denn recht?

 

Genau.

 

Beide.

 

Je nachdem aus welcher Perspektive Du auf das Haus schaust sieht es anders aus.

 

Um die Perspektive des anderen zu verstehen, musst du dich bewegen und einmal um das Haus herum gehen.

 

Dort sieht vielleicht alles noch schöner aus.

 

Auf einmal überdenkt man das was man getan hat und sieht die Dinge aus einem anderen Blickwinkel, der davor wie ein blinder Fleck war.

 

Beim Reiten ist es ähnlich.

 

Dort gibt es alteingessene Meinungen, die wenige hinterfragen.

 

Ich bin selbst in einer Reiterfamilie groß geworden und kenne die meisten. Begibst du dich aber mal auf eine andere Seite, kann sich alles ändern.

Zum Glück waren meine Eltern immer offen und ich konnte vieles ausprobieren.

 

Den Perspektivwechsel zu Andrea Bethges Trainingsansatz habe ich meiner Schwester zu verdanken.

Meine Schwester und ich sind beides Pferdemädchen und haben als Kinder zusammen das Reiten gelernt.

 

Heute ist es aber so, dass ich immer noch die Pferdenärrin bin und meine Schwester mehr die Künstlerin, die Pferde und vieles andere super auf die Leinwand bringen kann.

Aber sie war es, die mir einfach eine WhatsApp mit einem Video von Andrea Bethge geschrieben hat.

 

In dem kurzen Video ging es um die Philosophie von Andrea Bethge: „Reiten von innen heraus, statt von oben herab“

Das Video das ich als erstes gesehen habe, kannst du hier anschauen.

 

Dieses Video hat mich sehr neugierig gemacht und ich habe mich weiter mit Andreas Philosophie beschäftigt.

Sie reitet selbst S-Dressur auf Turnieren und hilft vielen Pferd und Reiter Paaren beim Training.

 

Besonders fasziniert hat mich ,dass sie ein Wallach nach einem schweren Sturz bis zur S-Dressur trainiert hat. Die Tierärzte meinten er wird unreitbar bleiben.

Andrea Bethge möchte die Pferde gesund trainieren. Ihre Idee soll die Idee des Pferdes werden. Das Pferd soll sich dabei völlig frei fühlen.

 

Ich habe mir ihre DVD gekauft, um noch mehr über sie zu erfahren und zu sehen, wie sie die Pferde trainiert.

 

Das Longieren von Andrea Bethge

 

Es ist nicht nur eine DVD, sondern es sind drei.

 

Die erste beginnt mit dem Longieren. Ihre Art zu longieren ist komplett anders, wie ich es gelernt habe.

 

Wenn mein Opa das sehen würde, würde er nur sagen: So kannst du doch kein Pferd longieren.

 

Andrea longiert mit durchhängender Longe und am Halfter. Die Longe hängt nicht nur ein bisschen durch, sondern sie schleift am Boden.

 

Ihr Ziel dabei ist, dass das Pferd sich völlig frei fühlt. Das Pferd soll das Gefühl bekommen, alles selbstständig zu machen.

Bei ihrem eigenen Pferd zeigt sie ein versammelten Galopp an der durchhängenden Longe.

 

Ich habe das ausprobiert. Am Halfter longiere ich auch schon lange, aber die Longe am Boden schleifen zu lassen hat mich extrem viel Überwindung gekostet.

Immer wieder hatte ich eine Stimme im Ohr, dass es gefährlich ist. Das wurde mir von Anfang an so beigebracht.

 

Natürlich musste ich dabei auch aufmerksam sein, aber wie bei allem gehört einfach Übung dazu.

 

Um ganz ehrlich zu sein. Ich longiere sehr selten. Da wir eine Longierhalle haben lass ich meinen Wallach meistens frei laufen, aber ich werde es bestimmt noch öfter probieren.

 

Bevor du es selbst ausprobierst rate ich dir, die DVD anzuschauen.

 

Die Einstellung beim Reiten

Als nächstes geht Andrea auf die Einstellung beim Reiten und am Umgang mit dem Pferd ein. Sie sagt, dass wir immer mit Freude auf die Pferde zu gehen sollten. Dein Pferd soll die Möglichkeit haben, zu Dir zu kommen.

 

Ich weiß das klingt total simpel, aber wie sieht der Alltag oft aus:

 

Viele kommen nach einem langen Arbeitstag in den Stall und erwarten von ihrem Pferd, das es sie glücklich macht.

 

Mit der gleichen Hektik wie bei der Arbeit gehen viele in die Box, halftern auf und holen das Pferd raus. Nebenher wird noch was am Handy gemacht und erst beim antraben wird dem Pferd Aufmerksamkeit geschenkt.

 

Mir selbst erging es letztes Jahr, 2019, auch so. Ich hatte zwar immer Spaß beim Reiten, aber irgendwie war mir alles zu viel.

 

Mein Sohn hat viel gefordert, dann arbeite ich Teilzeit und bin nebenher selbstständig.

 

Ich wollte aber auch gerne auf Turnieren reiten.

 

Dann bin ich immer mit der Einstellung in den Stall:

Eigentlich ist es mir zuviel, aber ich muss ja trainieren, sonst wird das nichts mit dem Turnier.

 

Die DVD von Andrea hat mir das erst bewusst gemacht und seit ich mich schon vor dem Reiten in eine andere Einstellung zu dem Ganzen begebe, ist alles viel einfacher geworden.

 

Ich kann die Zeit mit meinem Pferd viel mehr genießen und habe das Gefühl, dass er ausgeglichener ist.

 

Gut dieses Jahr ,2020, habe ich bewusst auf Turniere verzichtet. Das aber eher wegen Corona. Ich hatte keine Lust unter diesen ganzen Auflagen aufs Turnier zu gehen, aber das ist ein anderes Thema.

 

Überdenke einmal deine Gedanken am Stall. Bist du voll bei deinem Pferd und genießt die Zeit? Oder bist du in Gedanken ganz wo anders?

 

Diese Einstellung zum Reiten mit völliger Freude, kann auf dein Pferd übergehen.

 

Die Pferde sind so sensible Tiere und sie reagieren sehr stark auf unsere Emotionen.

Arbeitest du von innen heraus gerne mit deinem Pferd, arbeitet es auch gerne mit Dir.

 

Am Besten überdenkst du deine Einstellung schon auf dem Weg zu deinem Pferd um mit der richtigen Stimmung an es heran zu treten.

 

Verurteile dich aber nicht, falls es nicht jeden Tag klappt. Bei mir gilt schon lange, wenn ich einen schlechten Tag habe und mich gar nicht sortiert bekomme, dann steige ich auch nicht aufs Pferd. Außer vielleicht eine Schrittrunde ins Gelände, aber sicherlich nicht mit der Absicht irgendwas zu erreichen. Das geht sonst meist in die Hose und der Frust wird nur noch größer.

 

Tu einfach dein Bestes, das wird mit der Zeit dann immer besser.

 

Die Flexizügel

Dann geht Andrea auf die Anlehnung zum Pferdemaul ein.

 

Sie sagt, dass eine ruhige Hand aus der Sicht von außen, eine harte Hand für das Pferdemaul bedeutet.

 

Bei jedem Schritt bewegt das Pferd seinen Kopf und diese Bewegung sollten wir mit der Hand bewusst begleiten. Mit einem konstant leichten Zug.

Im Schritt ist Dir das bestimmt bekannt. Aber auch im Trab und Galopp?

 

 Weißt du welche Kopfbewegung dein Pferd im Trab und Galopp macht?

 

Im Schritt macht das Pferd eine liegende Acht. Das bedeutet, deine Hand geht bei jedem Schritt vor und zurück und das abhängig davon, was für ein Schritt du reitest.

Im Trab würde ich es als Nickbewegung bezeichnen. Die Hände kannst du dann als leichtes auf und ab betrachten.

 

Im Galopp verlängert das Pferd seinen Hals und verkürzt ihn ,abwechselnd. Die Hände bewegen sich dann nach vorne unten und wieder zurück und hoch.

 

Sie beschreibt das als Flexizügel und vergleicht es mit einer Flexileine für Hunde.

Diese Leine verlängert sich, wenn der Hund weg geht und wenn er kommt, verkürzt sie sich wieder.

 

Genauso flexibel sollen wir mit dem Pferdemaul mitgehen. Der Zügel darf dabei auch nicht durchhängen, sondern es darf immer einen leichten Zug an der Hand geben.

So soll das Pferd mehr Vertrauen zur Hand bekommen.

 

Bei Andrea sieht das alles so einfach aus. Ihre Pferde strecken sich so lang, dass die Nase am Boden schleift und trotzdem treten sie dabei noch unter.

Zuerst dachte ich: Das kann ja nicht so schwer sein. Ich halte meine Hand sowieso nie so ruhig.

 

Aber es konsequent durchzuziehen ist Übungssache und auch das Pferd darf sich erst noch daran gewöhnen.

 

Mein Problem ist meist eher, das ich den Kontakt komplett verliere und der Zügel kurz durchhängt. Im Schritt merkte ich aber sehr schnell, dass sich mein Wallach dabei sehr wohl fühlte und er von sich aus mehr die Tiefe sucht.

 

Probiere es einfach mal aus ein konstant gleiches Gefühl in der Hand, egal was dein Pferd mit dem Kopf macht.

 

Beim Ausprobieren kann dir erstmal bewusst werden, was du mit deiner Hand alles tust.

 

Übergänge reiten

Die letzte DVD handelt vom Sitzmix.

 

Der Sitzmix bringt das Pferd in die Gangart, die du möchtest.

Ohne Schenkel oder Zügelhilfe.

 

Andrea Bethge beschreibt zuerst wie sich der Reiter bei den unterschiedlichen Gangarten mitbewegt.

Im Schritt machen wir z.B. mit unserem Becken auch eine liegende Acht, wie das Pferd mit seinem Kopf. Im Trab bewegt sich das Becken mit einer Kippbewegung vor und zurück.

 

Während das Pferd Schritt geht, soll der Reiter zuerst seine Körperspannung erhöhen und dann die Beckenbewegung der Gangart machen, die er von seinem Pferd möchte

Sie zeigt sogar ein Beispiel von Galopp zum Stand.

 

Zuerst dachte ich:

Klingt ja ganz schön, aber kapiert mein Pferd das überhaupt?

 

Ja er hat es kapiert.

Viel schneller als ich es erwartet habe. Natürlich sind wir da noch nicht komplett eingespielt.

 

Mein Wallach ist eher von der gemütlichen Sorte. Zwar auch nicht sehr faul, aber er macht nur das was er muss.

Aber antraben und angaloppieren klappte immer wieder ohne Schenkeldruck.

 

Andrea sagt, dass sie insgesamt sehr wenig Schenkeldruck gibt, sondern mehr mit den Beinen die Bewegung begleitet.

Auch das nimmt mein Wallach gut an und läuft ohne ständiges treiben vorwärts abwärts.

 

Ein Satz von Andrea ist mir besonders in Erinnerung geblieben:

„Verlange nichts von deinem Pferd, das du nicht auch selbst kannst.“

 

Im Video geht sie dabei auf die Stellung und Biegung ein. Kannst du dich selbst auch in beide Richtungen stellen und biegen?

Denn auch durch meine Stellung und Biegung kann ich das Pferd lenken.

 

Das ist natürlich auch genau mein Thema. Die Reiter sollten auch an sich arbeiten und nicht nur an ihren Pferden.

Den Sitzmix und das Lenken mit dem Sitz, kannst du nur mit einem guten Körpergefühl schnell umsetzen und mit einer freien Beweglichkeit in Becken und Hüfte.

Möchtest du wissen wie du das erreichst?

 

Dann lass dir von mir helfen und trag dich in mein E-Mail Newsletter ein. Du bekommst dann erstmal ein Beweglichkeitstest um zu wissen wo du stehst.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass mich die Arbeit von Andrea Bethge sehr inspiriert hat.

 

Ich werde weiter üben und die Tipps Stück für Stück umsetzen.

 

Natürlich habe ich auch Lust von ihr persönlich zu lernen. Es hat sehr viel Freude gemacht die DVD zu schauen. Jeder kann sehen, dass sie mit Leidenschaft dabei ist.

 

Möchtest du mehr von Andrea Bethge erfahren, dann schau doch mal auf ihre Webseite.

 

Was konntest du aus meinem Erfahrungsbericht mitnehmen?

 

Oder kennst du Andreas’ Arbeit schon, dann schreibe gerne deine Erfahrungen in die Kommentare.

 

Ich freue mich von Dir zu lesen.

 

Die Gesundheit Deines Pferdes liegt in deiner Hand

 

Deine Verena

2 Replies to “Wie Andrea Bethges DVD meine Perspektive im Training verändert hat”

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