Der wahre Grund warum Pferde die Pferdeosteopathie brauchen

Immer wieder höre ich den Spruch:

„Richtig reiten reicht.“

Oder

„Der Reiter ist der beste Physiotherapeut für sein Pferd.“

Diese Sprüche sind zum Teil richtig, aber sie sagen dir nicht die ganze Wahrheit.

Es ist wichtig, dass der Reiter sein Pferd, wie ein Physiotherapeut, gut trainieren kann. Dafür sollte er einiges über Trainingslehre sowie die Biomechanik der Pferde wissen.

Oder zumindest einen guten Reitlehrer an der Hand haben.

Ich bin selbst auch Physiotherapeutin im Humanbereich.

Leider gibt es Patienten mit Rückenproblemen, die nicht durch reine Übungsbehandlung in den Griff zu bekommen sind. Gerade als Berufsanfänger habe ich es sehr oft probiert.

Manchmal schlägt es sogar ins Gegenteil um und die Schmerzen werden schlimmer.

Blockaden in der Wirbelsäule lösen sich nicht durch Übungen.

Bei Blockaden sind bestimmte Bewegungen im Gelenk nicht möglich und die Muskeln bleiben angespannt, um diesen Bereich zu schützen.

In der Osteopathie, lösen wir gezielt die Muskulatur, um dann die Blockade lösen zu können.

Rückenprobleme bilden sich über viele Jahre. Eine Blockade bei 1 von 31 Wirbeln kann gut kompensiert werden.

Trotzdem kann es weitere Folgen haben.

  • Das Pferd weicht mit der Hinter- oder Vorhand aus
  • Bestimmte Lektionen fallen ihm auf einer Hand sehr schwer
  • Weitere Verspannungen folgen

So geht es Stück für Stück weiter, bis es irgendwann nicht mehr kompensierbar ist. Dann erst treten sichtbare Schmerzen bzw. eine Lahmheit auf.

Tritt bei deinem Pferd eine Lahmheit auf, dann kontaktiere immer zuerst deinen Tierarzt!!!

Das Zwicken im Rücken muss nicht durch schlechtes Reiten verursacht sein. Dein Pferd kann sich unbemerkt festgelegen haben, ist ungeschickt gerutscht, auf der Koppel gestürzt, hat angeborene Fehlstellungen oder hat sich als Fohlen mal verletzt.

Natürlich kann gutes Reiten und gutes Training einiges Vorbeugen!

Eine PferdeosteopathIn sieht den Körper des Pferdes als Ganzes und kann alte Blockaden lösen und die Bewegungsmuster deines Pferdes verändern.

Darauf kannst du dann durch richtiges Reiten aufbauen.

Was macht eine PferdeosteopathIn

Eine PferdeosteopathIn löst die Blockaden in allen Gelenken, der Faszien sowie der Organe des Körpers. Wir Therapeuten haben dafür unterschiedliche Techniken.

Zu Beginn der Therapie schaut sich die TherapeutIn das Pferd im Stehen und in Bewegung an um sich ein Überblick zu verschaffen.

Durch Erstasten und bestimmte Tests wird der gesamte Körper untersucht und dann behandelt. Eine Behandlung dauert bei mir zwischen 1 – 1,5 Stunden.

Die Untersuchung des gesamten Körpers ist sehr wichtig.

Die genaue Ursache herauszufinden ist sehr schwer. Die Pferde können uns nicht sagen, wo der Schmerz zuerst war.

Die Herangehensweise in der Osteopathie ist im Großen und Ganzen sehr sanft. Manchmal ist es für den Betrachter nicht zu erkennen was beim Pferd passiert.

Pferdeosteopath bei der Behandlung

Beobachte dein Pferd mal bei einer Behandlung.

Lässt es den Kopf hängen? Fängt es an zu kauen? Reagiert es eher abwehrend?

Viele Pferde, die beim ersten Mal schwierig sind und sich kaum behandeln lassen, sind bei einer zweiten Behandlung sehr viel entspannter.

Zumindest ist das bei mir so.

Mir ist es sehr wichtig, dass das Pferd die Behandlung positiv abschließt.

Zum Schluss der Behandlung schauen sich die Pferdeosteopathen noch den Sattel und manchmal auch die Trense an. Um diese als Ursache zu erkennen oder auszuschließen.

Durch die Behandlung bekommt der Körper die Möglichkeit sich wieder freier zu bewegen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Pferde nach der Behandlung nicht geritten oder mit Hilfszügel longiert werden. Für mindestens 2 Tage.

Viele Pferde haben durch das Lösen der Muskulatur und das Bewegen in neuen Bewegungsmustern Muskelkater. Um den Behandlungserfolg zu erhalten ist es wichtig den Muskelkater ausheilen zu lassen.

In den zwei Tagen sollte dein Pferd aber nicht in der Box rumstehen, sondern es darf sich gerne frei bewegen, spazieren gehen, Koppel oder an die Longe ohne Hilfszügel.

Natürlich sind wir keine Wunderheiler. Arthrosen bleiben Arthrosen. Kissing Spines bleiben Kissing Spines.

Aber wir können die Pferde dabei unterstützen:

  • optimal mit ihrem Körper umzugehen
  • sich freier zu bewegen
  • weitere Folgen zu vermeiden
  • Muskulatur an den richtigen Stellen zu bilden
  • Stress zu senken
  • Mehr Freude an der Zusammenarbeit mit ihrem Reiter zu haben

Was ist eine Blockade

Hast du auch noch das Bild vom ausgerenkten Wirbel?

Zum Glück gibt es das nicht. Ein Wirbel kann sich nur verschieben, wenn er gebrochen ist.

Die Wirbelblockade beschreibt die Einschränkung einer Bewegung.

Um das zu erklären muss ich etwas ausholen.

Die Wirbel haben einen Wirbelkörper mit einem Wirbelbogen, indem das Rückenmark verläuft, einen Dornfortsatz und zwei seitliche Fortsätze.

Wirbelkörper des Pferdes vereinfacht dargestellt

Das ist ein sehr vereinfachtes Bild eines Wirbels. Um die wichtigsten Strukturen zu zeigen. In Wirklichkeit unterscheiden sich die verschiedenen Wirbelsäulenanteile beim Pferd sehr stark voneinander.

Die Wirbelkörper sind an der Halswirbelsäule durch Bandscheiben miteinander verbunden. Diese besitzen einen flüssigen Kern und einen dicken Rand aus Faserknorpel.

Ab der Brustwirbelsäule befindet sich beim Pferd nur noch ein dicker Faserknorpel zwischen den Wirbeln. Aus dem Grund sind Bandscheibenvorfälle, bei dem Pferd, theoretisch nur an der Halswirbelsäule möglich. Das habe ich allerdings noch nie gesehen.

Am oberen Rand des Wirbelbogens gibt es zwei gelenkige Verbindungen am vorderen und hinteren Teil des Wirbels. Sie verbinden zusätzlich zur Bandscheibe zwei Wirbel gelenkig miteinander. Das sind die sogenannten Facettengelenke.

Facettengelenk zweier Wirbelkörper

Zwischen den Facettengelenken gehen die Spinalnerven durch. Sie bringen Informationen aus dem Rückenmark in den Körper und nehmen Signale aus dem Körper auf und leiten diese weiter ans Gehirn.

Bei einer Blockade des Wirbels handelt es sich um ein Problem des Facettengelenks.

Bei einer Beugung der Halswirbelsäule, dein Pferd bringt die Nüstern an die Brust, müssen sich die Facettengelenke öffnen. Viele kleine Gelenke und Bewegungen ermöglichen so eine große gemeinsame Bewegung.

Nimmt dein Pferd den Kopf wieder hoch, dann schließen sich die Facettengelenke.

Bei einer Blockade ist entweder das Schließen oder das Öffnen des Gelenks nicht möglich.

Das Bedeutet:

Wenn sich die Wirbelsäule beugt, sollten sich alle Facettengelenke öffnen. Ist allerdings eins von ihnen Blockiert bleibt es einfach geschlossen.

Ungefähr so, wie wenn du einen Saugnapf an eine Scheibe klebst. Ziehst du daran, nimmt der Saugnapf einfach die Scheibe mit.

Die Bewegung ist also möglich, kann aber mit leichten Einschränkungen oder Schmerzen einhergehen.

Die Muskeln wollen das Gelenk schützen und spannen an.

Der Körper weicht dem Problem geschickt aus.

So entstehen Ursache-Folge- Ketten.

Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Machst du also Übungen, bei denen du z.B. die Biegung nach rechts verbessern willst und dabei eine Blockade vorliegt. Dann wird der Körper die Bewegung aus anderen Bereichen herausholen, die nicht dafür gemacht sind.

Durch Übungen können wir leider nicht die Blockaden lösen.

Übungen helfen aber Blockaden vorzubeugen.

Nur durch bestimmte Techniken und eine gezielte Behandlung können Blockaden gelöst werden.

Hattest du schonmal einen steifen Nacken?

In diesem Fall sind mehrere Wirbel blockiert.

Hast du dann versucht das mit Übungen in den Griff zu bekommen?

Meist ist eine Bewegung sehr schmerzhaft und kaum möglich.

Würdest du kurz nach dem Auftreten des steifen Nackens zu einem Osteopath gehen, könnte er dir sofort die Blockaden lösen.

Wie lange dauerte es bei dir, bis der steife Nacken sich gelöst hatte?

Oft dauert es mehrere Tage und es bleiben noch kleine Einschränkungen übrig. Der Körper lernt damit umzugehen und weicht dem Problem geschickt aus.

Das bedeutet aber nicht, dass nichts mehr da ist.

Knacken ist kein Zeichen von einem Behandlungserfolg

Du kennst das bestimmt auch.

Du drehst deinen Kopf oder Oberkörper und es knackt.

Denkst du dann es haben sich Blockaden gelöst?

Leider muss ich dich enttäuschen. Das Knacken sagt nur aus, dass sich ein Unterdruck im Gelenk gelöst hat. Dieses Phänomen ist unabhängig von Blockaden.

Es kann sein, dass es beim Lösen einer Blockade knackt, muss es aber nicht.

Viel entscheidender ist das Bewegungsausmaß, bzw. die Reaktion bei der Bewegung.

Hat dein Pferd z.B. Probleme den Kopf nach rechts zu nehmen, sollte es nach dem Lösen der Blockade besser gehen.

Wie entstehen Blockaden

Natürlich fragen mich die Reiter immer wieder:

„Woher kommt denn das?“

Leider ist diese Frage sehr schwer zu beantworten.

Die Pferde stehen vor vielen Herausforderungen.

  • Sie haben eine natürliche Schiefe
  • Sie tragen evtl. einen schiefen Reiter
  • Sie haben einen unpassenden Sattel
  • Sie haben sich festgelegen
  • Sie haben eine Fehlstellung
  • Sie leiden unter Bewegungsmangel
  • Usw.

Es gibt so viele Gründe.

Falls du dir nicht sicher bist ob dein Sattel passt. Hier habe ich 8 Anhaltspunkte für dich zusammengestellt um es selbst überprüfen zu können.

Auch im Humanbereich gibt es darauf keine Antwort.

Wir Menschen halten uns auch nicht artgerecht.

  • Wir bewegen uns zu wenig
  • Stehen ständig unter Stress
  • Haben eine alte schlechte Matratze
  • Wir haben eine Fußfehlstellung
  • Usw.

Deshalb ist es für mich sehr wichtig, dass auch die Reiter an sich arbeiten.

Fakt ist: Jeder hat seine Schwachstellen wo anders.

Das eine Pferd hat ständig Rückenprobleme, wobei ein anderes eher Kolikt oder einfach an Kotwasser leidet. Es ist Typ und Rasse abhängig.

Die Pferdeosteopathie hilft dem Bewegungsapparat wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Hat dein Pferd beim Reiten schmerzen, ist es zusätzlichem Stress ausgesetzt. Das kann natürlich andere Probleme mit sich bringen.

Wie oft solltest du dein Pferd behandeln lassen

Es kommt darauf an was dein Pferd für ein Typ ist und welche Anforderungen es ausgesetzt ist.

Grundsätzlich empfehle ich eine Behandlung einmal im Jahr, bei kaum Schwierigkeiten und wenig Anforderungen.

Hat dein Pferd allerdings ständig Rückenprobleme können mehrere Behandlungen in 4-wöchigem Abstand nötig sein um dein Pferd auf ein gutes Level zu bringen.

Reitest du Turniere solltest du mindestens vor und nach der Saison dein Pferd behandeln lassen. Am Besten aber auch in regelmäßigen Abständen zwischen den Turnieren. In den Zeiten, in denen Pausen geplant sind.

Bei einer Regelmäßigen Behandlung erkennst die PferdeosteopathIn die Kompensationen, die noch nicht offensichtlich sind.

Finde einen Pferdeosteopathen in deiner Nähe und er/sie wird dich passend zu deinem Pferd beraten.

Nach der Behandlung und der vorgegebenen Pause erhält dir richtiges Reiten den Behandlungserfolg.

Pferdeosteopathie oder Chiropraktik

Der Unterschied ist relativ klein. Er liegt in der Herangehensweise.

Die Osteopathie behandelt den gesamten Organismus.

Die Chiropraktik konzentriert sich auf die Wirbelsäule und möchte so dem restlichen Körper zur Eigenregulierung verhelfen.

Ich kann nicht sagen welches die bessere Methode ist.

Entscheidender ist der Behandler.

Jede Methode kann gut und schlecht umgesetzt werden.

Jedes Pferd reagiert unterschiedlich und es gibt leider nicht die eine Lösung die für alle funktioniert.

Lass dein Pferd entscheiden. Wobei spürst du den besseren Behandlungserfolg?

Von welchem Therapeut lässt sich dein Pferd am besten behandeln und ist kooperativ?

Fakt ist für mich nur, dass eine Behandlung der Pferde nötig ist. Es erleichtert Ihnen den Alltag. Wir können effektiver Reiten und Problemen vorbeugen.

Schreibe gerne in die Kommentare, welches deine Erlebnisse sind mit der Pferdeosteopathie.

Welchen Unterschied spürst du nach der Behandlung?

Ich freue mich über eure persönlichen Erfahrungen!!!

Möchtest du dein Pferd von mir behandeln lassen und dein Pferd wohnt im Umkreis von     ca. 60 km von 79780 Stühlingen. Dann schreibe mir einfach eine Mail.

Die Gesundheit deines Pferdes liegt in deiner Hand

Deine Verena

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